29/04/2026

Ergotherapie bei ADHS

Wie ihr im letzten Beitrag lesen konntet, bekamen wir die Diagnose von unserem Kinder- und Jugendpsychologen. 

Jetzt hieß es zu überlegen, was unserer Tochter helfen könnte. Wir entschieden uns es mit Ergotherapie zu versuchen. Um einen Ergotherapie-Platz zu bekommen, muss man sich auf eine Warteliste setzen lassen und einige Monate warten. Wir hatten Glück und bekamen recht bald einen Platz. Dort wurde noch folgendes festgestellt:

  • Probleme bei der Augen-Hand-Koordination
  • Probleme mit der Feinmotorik
  • Probleme mit dem Gleichgewicht
  • möchte unbedingt gesehen und wahrgenommen werden
  • braucht viel Bestätigung
Die Ergotherapeutin hat mehr als ein Jahr mit unserer Tochter gearbeitet und geübt. Sie hat ihr z.B. auch ,,Werkzeuge" mitgegeben, die sie bei den Schritten für die Hausaufgaben unterstützt haben. Der größte Augenmerk wurde auf die Augen-Hand-Koordination und die Feinmotorik gelegt. 

Hier sind die wichtigsten Wirkweisen von Ergotherapie bei ADHS:

  • Mehr Konzentration - Schritt für Schritt
Bei uns wurde dieser Bereich mit Spielen verbessert.

  • Struktur im Chaos: Alltag besser organisieren
Das war bei uns nie wirklich Thema.

  • Gefühle besser verstehen und steuern 
Dieser Punkt ist bei uns ein großes Thema, wurde aber bei der Ergotherapie nicht wirklich behandelt. Ein Beispiel wäre: Meine Tochter möchte die volle Aufmerksamkeit der Ergotherapeutin. Die Ergotherapeutin macht aber gerade etwas. Sie sagt zu meiner Tochter: ,,Ich sehe/höre dich, aber ich kann gerade nicht!" So bekommt meine Tochter die Aufmerksamkeit, lernt aber trotzdem zu warten.

  • Bewegung und Körpergefühl verbessern
An diesem Punkt wurde bei uns sehr gut gearbeitet und uns auch Hilfsmittel genannt.

  • Reize besser verarbeiten
Meiner Tochter wurde erklärt bzw. gezeigt, was sie machen kann, wenn es ihr zu viel wird.

  • Alltagskompetenzen stärken 
Darunter fiel z.B., dass meine Tochter ihre Hausaufgaben selbstständig macht bzw. strukturiert.

  • Unterstützung für Elternteile
Mein Mann und ich hatten ein paar Mal eine Beratung durch die Ergotherapeutin. Sie hat uns auch Tipps gegeben, wie und wo wir unsere Tochter unterstützen können.




20/04/2026

Ergebnis klinisch-psychologischer Befund (Oktober 2023)

In meinem Post ,,Herausforderungen, vor der ADHS-Diagnose" habe ich euch ja schon erzählt, wie es uns mit unserer Tochter ging und dass wir einen Termin beim Kinder- und Jugendpsychologen vereinbart hatten.

Die ADHS-Austestung dauerte für unsere Tochter ca. 2 Stunden. Sie musste verschiedene Tests machen, auch wir Eltern und der Lehrer bekamen einen ADHS-Fragebogen. Ein Monat nach der Austestung war dann die Nachbesprechung mit dem Psychologen. 

Es kam folgendes heraus:

  • Einfache Aufmerksamkeitsstörung/ADS mit TLS
Wobei ich sagen muss, dass das ADS nicht wirklich stimmt. ADS bedeutet ja ,,Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom" OHNE Hyperaktivität. Unsere Tochter ist aber hyperaktiv, vielleicht nicht so extrem, aber sie ist es, ziemlich sicher. 

TLS bedeutet Teilleistungsschwäche oder -störung. Damals war unsere Tochter 6 Jahre alt und war erst in der 1. Klasse. Also konnte man damals noch nicht sagen, in welchem Bereich diese Teilleistungsschwäche liegt.

Es gab aber auch noch andere Bereiche, die ihr Probleme bereiteten:
  • Probleme mit sprachlicher Informationsverarbeitung
  • Aufmerksamkeitsschwierigkeiten
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Probleme mit Gleichgewicht
  • Probleme mit Körperkoordination
  • gibt schnell auf
  • Arbeitsgenauigkeit ist flüchtig
  • Arbeitstempo ist langsam
  • körperlich unruhig + zappelig
  • ungeschickte Feinmotorik
  • Daueraufmerksamkeit gering
  • geteilte Aufmerksamkeit gering
Die Liste ist doch ziemlich lang und bedeutete für uns und für sie viel Arbeit.


Was wir nach der Diagnose unternommen haben, erfährt ihr im nächsten Post.



14/04/2026

Herausforderungen, vor der ADHS-Diagnose

Heute möchte ich euch erzählen, wie unsere jüngere Tochter im Kindergarten, in der 1. Klasse Volksschule und zu Hause so war. Was waren ihre ,,Symptome"?

Schon im Kindergarten hieß es vonseiten der Kindergartenpädagogin, dass sie sich schlecht konzentrieren kann und nie wirklich bei einer Sache dabei bleibt. Weiters sagte man uns, dass unsere jüngere Tochter lieber mit jüngeren Kindern spielt, als mit gleichaltrigen. Das war auch der Grund, warum sie auch am Nachmittag im Kindergarten war. Es waren dort eher gleichaltrige und/oder ältere Kinder.

Im September 2023 kam unsere jüngere Tochter in die 1. Klasse Volksschule. Auch da tat sie sich sehr schwer mit dem Konzentrieren und mit der Aufmerksamkeit.

Ich habe mich im Internet informiert und bin auf ADHS gestoßen. Die Symptome dieser Entwicklungsstörung passten sehr gut zu unserer Tochter.

Folgende Dinge sind mir bei unserer Tochter aufgefallen:

  • kann sich (sehr) schwer konzentrieren
  • lässt sich leicht ablenken
  • ist sehr laut
  • will immer das Gleiche machen/haben, wie ihre Schwester oder wie andere
  • wird schnell wütend
  • schreit mich und/oder Papa an
  • hin und wieder lebt sie in einer ,,anderen" Welt
  • jähzornig
  • ändert schnell ihre Gefühle / switched schnell um
  • sehr neugierig, erzählt gern alles weiter
  • trotzig, wie ein 2 oder 3 Jahre altes Kind
  • sehr emotional
  • extreme Gefühle (schreit, wenn sie sich ärgert; schreit, wenn sie sich freut)
  • redet ständig dazwischen
  • redet ständig (z.B. beim Essen)
  • akzeptiert kein NEIN
  • beschimpft mich und/oder Papa
  • kennt keine Grenzen
  • will/möchte viel Aufmerksamkeit haben
Da ich einen Kinder- und Jugendpsychologen kannte, vereinbarte ich gleich einen Termin für unsere jüngere Tochter.

Kennt ihr eines dieser Symptome von euren Kindern?

Was das Ergebnis war, erfährt ihr in einem anderen Post.

13/04/2026

Über mich

Hallo,

ich bin Sonja – Mama eines wunderbaren, wilden, intensiven Kindes.

Und ja: Unser Alltag ist anders.

Nicht besser, nicht schlechter – aber definitiv lauter, chaotischer, emotionaler und oft unberechenbar.

💛 Warum es diesen Blog gibt

Als bei unserem Kind ADHS diagnostiziert wurde, stand ich plötzlich vor einer Welt voller Fragen:
  • Warum ist unser Alltag so anstrengend?
  • Mache ich etwas falsch?
  • Warum scheint es bei anderen Familien „einfacher“ zu sein?
Ich habe nach Antworten gesucht. Nach Verständnis. Nach Menschen, die sagen:
„Du bist nicht allein.“

Und genau deshalb gibt es diesen Blog.

🧩 Unser Leben mit ADHS

Unser Alltag besteht aus:

  • großen Gefühlen
  • kleinen Explosionen
  • viel Energie
  • und ganz viel Liebe
Es gibt Tage, da läuft alles schief.
Und dann gibt es diese Momente, die alles wieder gut machen: ein ehrliches Lachen, eine unerwartete Umarmung, ein kleiner Erfolg, der sich riesig anfühlt.

Ich schreibe nicht über Perfektion.
Ich schreibe über das echte Leben.

✍️ Was du hier findest

Auf diesem Blog teile ich:

  • ehrliche Einblicke in unseren Familienalltag
  • Dinge, die bei uns funktionieren (und die, die es nicht tun)
  • Gedanken, Zweifel und kleine Siege
  • praktische Tipps für herausfordernde Situationen
  • Mut, wenn du gerade selbst am Limit bist
🤝 Für wen dieser Blog ist

Dieser Blog ist für dich, wenn du:

  • ein Kind hast, das „anders“ tickt
  • dich manchmal überfordert fühlst
  • nach Verständnis statt Perfektion suchst
  • einfach wissen möchtest: Geht es nur uns so?
Spoiler: Nein. Tut es nicht.

🌿 Mein Wunsch

Ich wünsche mir, dass du dich hier ein Stück weniger allein fühlst.
Dass du dich verstanden fühlst.
Und vielleicht auch ein bisschen gestärkt.

Denn auch wenn unser Weg oft herausfordernd ist:
Er ist auch voller besonderer Momente.

💬 Und jetzt du

Wenn du magst, lass gerne einen Kommentar da oder schreib mir.
Ich freue mich, von dir zu hören.

Denn hinter jedem Blog stehen echte Geschichten –
und vielleicht kreuzen sich unsere ja genau hier.

Schön, dass du da bist. 💛